im sitzen liegt der tod

Wer hat “the grey- allein unter wölfen” gesehn? zugegeben der film hat teilweise echt lahme stellen, ich mein die wölfe warten doch nicht hinter jedem baum und schlagen zu sobald jemand allein wo zambricht..aber egal. er regt dennoch irgendwie zum nachdenken an..

kurze info: eine kleine gruppe von menschen, darunter john ottway ein jäger, überlebt einen flugzeugabsurz mitten im kalten, eisigen nirgendwo. das heißt, inmitten eines reviers von wölfen. bösen wölfen. im laufe des films wird die gruppe immer kleiner, zum größtenteils weil diese von…ja, von wölfen getötet werden.

themen wie der glaube an etwas größeres, schicksal, kämpfen bis zum bitteren ende, aufgeben und die frage nach dem warum? werden aufgegriffen. warum haben wir den absturz überlebt? war es schicksal? auch nicht wirklich, denn warum sterben danach ohnehin die meisten auf grausamste weise (da wär ich ehrlich gesagt schon vorher beim absturz umgekommen..). es kann einem oft quälen die antwort auf sein warum nicht zu bekommen. der mensch braucht halt diese logische nachvollziehbarkeit um sachen besser verarbeiten zu können. mensch echt.

egal wie scheisse die situation sein mag (ich mein seien wir uns mal ehrlich, verfickte -20 Grad mitten in der wildniss alaskas, kaum essen und trinken, kein unterschlupf, nicht wissen wo man ist und wo man lang soll, überall bösartige wölfe die einem jederzeit von allen seiten zerreißen können ..das muss man erstmal toppen). also ja egal wie scheisse die eigene situation ist, der drang zum überleben lässt einem keine andere wahl als das zu tun was nunmal getan werden muss um zu überleben. sei es drauf loszuziehen in der hoffnung man entkomme dem wolfsrudel und finde zivilisation ohne zu wissen ob einem der tod dadurch nicht schon früher einholt. Aber bei dem flugzeugwrackteilen bleiben und dort warten und hoffen das man gefunden wird wirkt auch nicht gerade einladend. Bewegung ist in diesem fall wohl das sinnvollste was man tun kann. vermutlich nicht nur in diesem fall, denn nur in bewegung kann sich auch was verändern. würde die gruppe beschließen beim flugzeug zu bleiben, würde ihr leben keine möglichkeiten offen halten, außer diese das sie irgendwann hoffentlich gefunden werden oder aber – und das käme der wahrheit wohl näher – schon sehr bald erfroren, getötet, verdurstet wären, oder sonst was mit einem in diesen umständen noch passieren kann. 

ich frag mich wofür sich die meisten menschen in dieser situation entscheiden würden. zugegeben, die irrsinnige  angst vor der unsicherheit die auf einem lauert wenn man beschließt einfach loszumarschieren mit kaum dem richtigen equipment das für das bevorstehende notwendig ist, macht diese entscheidung nicht grade leicht. beim flugzeug hat man wenigstens noch nen halbwegs stabilen unterschlupf und man muss seine “ausrüstung” auch nicht durch den knietiefen schnee schleppen. beides hat seine “reize”. aber ab dem moment wo ich mich dafür entscheide zu bleiben, weiß ich, das ich aufgegeben habe. Ich habe aufgeben weil ich diese situation einfach als auswegslos sehe (wo man in diesem fall nicht so ganz falsch liegt). 

Der film zeigt einfach wie man trotz all diesen umständen den rucksack packt, den stock in die hand nimmt. und das messer. und sich durch wind und schnee durchkämpft ohne zu wissen ob sich der scheiss überhaupt lohnt. wenn es ums schlichte überleben geht tut man das auch meist immer, denn hinsetzen würde da ja quasi heißen, heute sterben. 

Tja wie sieht das in unsrer heutigen gesellschaft aus wenn man ziemlich sicher ist das man morgen auch noch lebt? einfach nur umschauen, lesen, menschen beobachten und man bekommt schnell ne antwort auf die frage. man bleibt sitzen. So lange bis einem tatsächlich die vorräte ausgehen und man seinen arsch bewegen MUSS. aber bis es soweit is kann es auch mal sehr lange dauern. und man sitzt und wartet und wartet und hofft das man gerettet wird..morgen kommt bestimmt wer. nein morgen dann sicher….

(achtung spoiler-arlarm:)

Ziemlich am ende des films, stirbt der vorletzte der gruppe und john sitzt nun da im schnee, allein, nass und erkältet. seine verzweiflung und hoffnungslosigkeit sind ihm ins gesicht geschrieben. er blickt richtung himmel und verlangt bestimmend hilfe von den da oben. und zwar jetzt sofort, nicht irgendwann. JETZT. 

es kommt nichts. 

sichtlich wütend erwidert john: “dann tue ichs eben selbst!”

wenn niemand da ist, der dich aus dem dreckigsten loch hilft, dann bleibt dir nun mal keine andre wahl als es einfach selbst zu tun. ist verdammt nochmal nicht leicht, erst recht nicht wenn man nicht weiß wie man sich da hochkriegen soll oder in johns fall, wie man denn überhaupt den tag überleben soll?? 

aber bewegung führt immer zu etwas. sei es auch nur die ablenkung vom eigenen tod.

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